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Elena Ringo

Biografie

Elena Ringo

Elena Ringo wurde in Moskau in eine Mathematikerfamilie geboren, in der sie schon in sehr frühen Jahren Anzeichen ihres Talents zeigte. Ihre Mutter ist Nina Ringo, Mathematikerin und Dichterin, ihr Vater Mikhail Nikolsky, Professor an der Moskauer Universität. Ihr Großvater mütterlicherseits ist der Erfinder und Philosoph Josef Ringo, ihr Großvater väterlicherseits der berühmte Mathematiker Sergei Nikolsky. Elena Ringo gehört jener Generation von Künstlern an, deren Schaffen in die Übergangsphase vom XX. zum XXI. Jahrhundert fällt. In einer sich schnell verändernden Welt ist es ihr ein Anliegen, die Vorstellung von der Existenz unverrückbarer Werte – insbesondere der ästhetischen – zu bewahren.

In Moskau, ihrer Geburtsstadt, genoss sie eine erstklassige akademische Ausbildung. Im Alter von zehn Jahren begann sie ihr Studium an der weltberühmten Surikow-Kunstschule für hochbegabte Kinder, direkt gegenüber der Tretjakow-Galerie. Grundlage ihrer Arbeit war die Aneignung künstlerischer Erfahrung früherer Epochen und das Begreifen der Höhepunkte bildnerischer Kunst. Sie beschränkte sich jedoch nicht auf die Neuinterpretation alter Meister, sondern entwickelte ihren eigenen unverwechselbaren Stil und ihre schöpferische Einzigartigkeit. Später studierte sie an der Akademie für Kunst und Architektur in Moskau und verfasste ihre Dissertation in Wien.

Elena Ringo verbrachte 15 Jahre in Finnland und lebte ab 1994 in Helsinki. Dort hatte sie zahlreiche Einzelausstellungen, illustrierte Bücher und malte Porträtaufträge. Sie nahm an mehr als 20 Gruppenausstellungen teil, darunter „I Love Helsinki“ (2007), „Signs of Time“ (2008) und „Helmikuun Helmet“. 1998 präsentierte sie eine Werkschau im Zentrum für Russische Wissenschaft und Kultur, gefolgt von Ausstellungen bei der Pohjola-Versicherung (2000), in der Galerie „Silver Brush“ (2007) und im Radisson SAS Plaza Hotel (2008). In ihren Zwanzigern entwickelte sie zudem ein intensives Interesse an Akrobatik und Tanz und trat von 1986 bis 1988 mit der Performance „The Play With Hoola-Hoops“ auf.

Ihr künstlerischer Stil reicht vom Realismus ihrer frühen Werke bis hin zum Expressionismus und phantastischen Realismus. Besonderes Publikumsinteresse erwecken ihre tiefgründigen Werke wie „Der Kuss der Meerjungfrau“, „Das alte Haus“ und „Allegorie der Zeit“. Diese Bilder sind vom Mystizismus durchdrungen, der auch das russische Denken prägt. Elena Ringo beherrscht fast alle Genres der Tafelmalerei meisterhaft: Sie ist eine sensible Landschaftsmalerin, eine psychologische Porträtistin und beherrscht die Technologie der vielschichtigen klassischen Malerei perfekt. Ihre Illustration der Schneekönigin wurde zu einer der berühmtesten Illustrationen von Hans Christian Andersens Märchen.

Seit 2008 lebt Elena Ringo in Österreich. Im Oktober 2009 hatte sie eine Einzelausstellung im Wiener Palais Schey (Goethegasse 3), gefolgt von einer Exposition in der Galerie TIME (2010). Sie ist zudem Wissenschaftlerin und Forscherin mit dem Schwerpunkt Entfremdung in der Kinematografie. Sie ist bekannt für ihre Forschung zum Vermächtnis von Andrei Tarkowski und pflegt die Webseite Andrei Tarkovsky. 2014 drehte sie einen Dokumentarfilm über Gustav Klimt, und 2015 feierte ihr Kurzfilm „Diary“ Weltpremiere in Cannes.

Als Filmemacherin arbeitete sie an The Curse of Modigliani (Künstlerin) und 1984 (Kamera und Schauspiel). Auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlicht sie Vertonungen klassischer Poesie des Silbernen Zeitalters sowie eigene Gedichte. Sie leitet den Verein für unabhängigen Film in Österreich und organisiert Festivals wie das Vienna Independent Film Festival und das Prague Independent Film Festival. Zudem engagiert sie sich für Umweltfragen und organisiert seit 2014 die „ICERE“-Konferenzen.

Elena Ringo ist Chefredakteurin des International Scientific Journal und Mitherausgeberin des Indie Cinema Magazine. Als akkreditierte Journalistin der Berlinale und in Cannes wurden ihre Pressefotos in Medien wie Screen Daily, Krone und YLE veröffentlicht. Sie publizierte das Buch „Mourning Becomes Geniuses“ (2013) und den Roman „Diary“ (2017). Für sie ist Malerei Kunst – kein „Art-Business“. Ihr Credo ist es, eigene Schafenswege zu beschreiten, ohne Rücksicht auf Konjunktur oder Stereotypen. Elena ist finnische Staatsbürgerin.